LYRIK | ÜBERSICHT

 

 

 

Tauchen Sie ein
in eine lyrische Welt von Sehnsucht, Zweifeln und Einsamkeit

 

 

Ergriffen sein Gemüt sich regt ...
... mein rasend Herz schlägt unentwegt

Die Schöpfung hat es gut gemeint


und nur das Beste kühn vereint



zu einem Wesen, es ist wahr:




Ein Kunstwerk ist er ganz und gar

Die Schwäne ziehen über’s Land ...

... Sie eint ein unsichtbares Band

Zwei Jungen sonnen sich am Strand


Sie sind einander zugewandt



Der eine nimmt des and’ren Hand




und fürchtet dessen Widerstand





Dann fragt er ihn im weißen Sand






ob jemals er dies Glück empfand

Doch des Pöbels grobe Seele ...

... packt mich neidisch bei der Kehle

Bricht die Psyche ohne Gnade


Bis ich bald in Torheit bade –



Sollte gar die Luft wegbleiben




Stieß ich ganz zum irren Treiben

Im Schweiße junge Leiber glühn ...
... bis aus den Lenden Funken sprühn

Dein Antlitz ist mir Lohn genug


für alle Schmach, die ich ertrug



Nun trennt vom Weizen sich die Spreu




denn sie sind Sklaven – wir sind frei!

Jahr um Jahr hatt’ ich mich selbst belogen ...
... wird mir nun dafür das Herz entzogen?

Piraten schaukeln auf dem Meer
Sind tränenreich und bitterschwer
Ersehnen ihre Wiederkehr
Der Weltschmerz quält sie doch zu sehr

Wundersame Seelenträume
Führen mich in Sternenräume
Spiegeln mir dein Lächeln wider
Sehnsucht fährt durch alle Glieder

Ich hol dir einen gleißend Stern
Vom aufgestellten Himmelszelt
Mit Silberglanz schmückst du mich gern
Ins Wanken bringt er meine Welt

Verspür, wie die Musik erschallt ...
... und tief in uns’ren Seelen hallt

Sonnenglut entrückter Sphären
Flutet Licht zum Himmelsrand
Dein Geleit reicht mir zu Ehren
Bringt mich noch um den Verstand

Nicht nur am Novembertage
Ist es eine echte Plage
Mit den hirnverbrannten Narren
Pissen stets an meinen Karren

Ahnt ihr nur, vor welchem Schrecken
Wir entflohen in die Hecken?
War’s vorhin der schönste Flecken
Mussten wir uns nun verstecken

 
 
 
 

Auf, auf!
 
Im Schatten der Vergangenheit
vergeudet man nur seine Zeit
Die Grübelei ist nicht gesund
Sie reibt uns auf im Tränenschwund
 
Wacht auf
und lernt, was ihr nicht wissen sollt
 
Wacht auf
Die Straßen waren nie aus Gold
 
Wacht auf (auf, auf)
 
Die Gegenwart hält mehr bereit
als Alltagsmüh und Einsamkeit
Für Stunden sind wir zwar vergnügt
doch viel zu schnell sind sie versiegt
 
Wacht auf
und lernt, was ihr nicht wissen sollt
 
Wacht auf
Schon bald wird uns Respekt gezollt
 
Steht auf
und wehrt euch, wenn ihr leben wollt
 
Steht auf
Fortuna ist uns allen hold
 
Steht auf (auf, auf)
 
Wer mit der Zukunft sich umgibt
der träumt und wünscht, er lacht und liebt
weil Tatkraft in die Hände dringt
und Wagemut dem Geist entspringt
 
Steht auf
und wehrt euch, wenn ihr leben wollt
 
Steht auf
Fortuna ist uns allen hold
 
Steht auf (auf, auf)
Auf, auf!

 


Ein fahles Licht erhellt die Nacht
und hat mich um den Schlaf gebracht
Ich hab zu oft an ihn gedacht
den Wunsch, der meine Not verlacht
 
Erfüllt er sich noch oder nicht?
Die Wahrheit spuckt mir ins Gesicht
denn diese Träume sind nur Schein
Sie werden nie zu greifen sein
 
Vielleicht hat sich auch nur verklärt
was sich zum zehnten Male jährt?
Es ward nicht gut, was ewig währt
Der Zweifel hat die Angst genährt
 
Verzehre mich seit Tag und Jahr
und war der Hoffnung stets gewahr
Was hab ich mir nur angetan?
Darnieder drückt der Fieberwahn
 
Er schleudert mich von allem fort
ins Innere und zwingt mich dort
zu hinterfragen, schließt das Tor
und hält mir einen Spiegel vor
 
Was plagt mich und wo will ich hin?
Ist es verkehrt, ergibt es Sinn?
Wer bin ich und wer will ich sein?
Nur eins steht fest: Ich bin allein
 
Ein Schatten harrt an meiner statt
wohin es mich verschlagen hat
Gehöre ich hier wirklich her
in toten Raum, verbrannt und leer?
 
Hab mich ins Dunkel manövriert
Verschlingt mich, hält mich isoliert
Ich ringe kraftlos mit der Zeit
Bin sehnsüchtig zur Flucht bereit
 
Sinister lauert der Dämon
Sein Kichern hallt im Ohr wie Hohn
Er will mich knebeln, spannt den Strick
schleift mich ins Jammertal zurück
 
Das fünfte Blatt des grünen Klee
erfriert besinnungslos im Schnee
Vernunft und Handeln sind gelähmt
Das Kind in mir, es schluchzt beschämt
 
Banal und seicht, das lebt sich fein
Doch darauf lass ich mich nicht ein
Ich bin das nicht und war es nie:
Ein Zerrbild blanker Ironie
 
Es gibt hier nichts, was mich noch hält
Das Urteil hab ich rasch gefällt
Denn eines seh ich nun gewiss:
Durch die Blockade geht ein Riss!
 
Die Nadel springt, der Hafer sticht
Die Kette reißt, befreit die Sicht
Ich wehre mich mit aller Macht
und blute, bis der Knochen kracht
 
Doch als im Kampf die Mauer bricht
erreicht mein Auge warmes Licht
Ich renne, der Verstand setzt aus
Euphorisch stürze ich hinaus
 
Noch jauchzend wende ich mich um
Die alten Lasten klagen stumm
und was von ihnen übrig blieb
versetzte ich den letzten Hieb
 
In Konsequenz hat diese Schlacht
mich aus der Finsternis erwacht
Die Welt scheint nun in ihrer Pracht
wie regelrecht für mich gemacht
 
(Auf geht’s)
 
Ich feiere, es ist soweit
den Anbruch einer neuen Zeit
 
Der Absprung naht, ich bin bereit
denn Zuversicht ist mein Geleit
 
Die neuen Schwingen mach ich weit
und flieg in ganzer Dankbarkeit

 


 

Liebe
 
Wach auf mein Freund, ich bitte dich
Der Alb verfolgte dich erbost
Auch mir ist heute sonderlich
Im Schlafe find ich keinen Trost
 
’ne Träne wandert ganz allein
hinab auf deiner schlanken Brust
Will nur in ihrer Nähe sein
Ihr Kummer ist mir wohl bewusst
 
(vorbei am Nabel führt die Lust)
 
Sie ist verirrt, ich fang sie auf
und setze ihre Reise fort
Ihr Schicksal nehme ich in Kauf
und zeig ihr einen bess’ren Ort
 
Die Liebe ist ein blindes Tier
das beißt und fleht und dich besticht
vergibt, bestraft und lechzt nach dir
Es zu bezwingen schaffst du nicht
 
Wie wär’s, du machst es dir bequem?
Der Liebende erfüllt die Pflicht
Ich hoffe, so ist’s angenehm
Du setzt dich gern auf mein Gesicht
 
Und holst mir einen gleißend Stern
vom aufgestellten Himmelszelt
Mit Silberglanz schmückst du mich gern
Ins Wanken bringt er meine Welt
 
Bewund’re dich mit off’nem Mund
schon tropft der Eifer auf’s Parkett
Ein Hahn tut grell den Morgen kund
Komm führ mich aus, ach sei so nett
 
Der Einfalt bieten wir die Stirn
denn uns’re Wünsche sind gestrickt
mit heißer Nadel, festem Zwirn
der die Geschlechter überbrückt
 
Die Liebe ist ein blindes Tier
das beißt und fleht und dich besticht
vergibt, bestraft und lechzt nach dir
Es zu bezwingen schaffst du nicht
 
Sei furchtlos und ergib dich ihr
Den Feigling hat sie stets verschmäht
Sie fängt dich ein und flüstert dir:
»Für Wunder ist es nie zu spät«
 
Nun treib ich in der Sucht nach dir
und halt mich an den Sternen fest
Auf dass ich nie den Halt verlier
dort unten ende wie der Rest

 


 

Hymne
 
Wohin soll heut die Reise gehn:
Zu Feldern, Wiesen, Wäldern, Seen?
Ich muss es dir nachher gestehn
Es ist etwas mit mir geschehn
 
Auf uns’rem Wege Flieder blühn
und Düfte durch die Gräser ziehn
Die Amsel sang im Überschwang
als Sonne durch die Wipfel drang
 
»Sie hat so einen schönen Klang!«
 
Wirft Flecken auf den Wiesenhang
Wir treffen uns dort schon so lang
Die Zuflucht ist uns vorgesehn
um ihren Normen zu entgehn
 
So manche brauchen vielerlei
zum Glück, es geht an mir vorbei
denn mir genügt dein Konterfei
und eine Decke für uns Zwei
 
»Die Hymne dir gewidmet sei!«
 
Im Schweiße junge Leiber glühn
bis aus den Lenden Funken sprühn
begleiten Grillen uns im Chor
und Nebel steigen kühl empor
 
Der Mond über den Wolken thront
hat uns vor Dunkelheit verschont
Die Stille lässt uns ganz entspannt
hier liegenbleiben, Hand in Hand
 
Dein Antlitz ist mir Lohn genug
für alle Schmach, die ich ertrug
Nun trennt vom Weizen sich die Spreu
denn sie sind Sklaven – wir sind frei!

 


 

Schwäne
 
Die Schwäne ziehen über’s Land
Sie eint ein unsichtbares Band
 
Zwei Jungen sonnen sich am Strand
Sie sind einander zugewandt
 
Der eine nimmt des and’ren Hand
und fürchtet dessen Widerstand
 
Dann fragt er ihn im weißen Sand
ob jemals er dies Glück empfand
 
Die Antwort hat er nie genannt
Hab sie in seinem Blick erkannt
 
Die Schwäne zogen über’s Land
Im Geiste waren sie verwandt

 


 

Das Kunstwerk
 
Schon viele Winter ist es her
und doch wiegt mir das Herz noch schwer
So höret, wie es dazu kam
die Tragik ihren Anfang nahm
 
Ein neues Schuljahr brach herein
und jeder war für sich allein
Der Ort, die Lehrer war’n uns fremd
Gebaren wachsam und gehemmt
 
So stieß ich bald zur Jungenschar
Hier wurde er mir einst gewahr
Verstohlen war mein Blick entrückt
Bezaubernd die Figur geglückt!
 
Wir suchten Rückhalt in der Not
und scheuer Trost hielt uns im Lot
Vom Spiel der Formen inspiriert
hat meine Neugier ihm gebührt
 
Dem Sturm der Jahre nicht gefeit
erwehrten wir uns ihm zu zweit
Halbierten Sorgen mit Humor
war’n unbeschwerter als zuvor
 
Nur Tölpeln blieb die Sicht verwehrt
auf einen Geist noch unversehrt
Doch ging mir Platon viel zu nah
Ich wusste kaum, wie mir geschah
 
Athletisch, prächtig die Statur
Berauscht gerat ich aus der Spur
wenn Anmut die Gestalt verwöhnt
und Jugend die Ästhetik krönt
 
Adonis wäre blass vor Neid
im Lichte seiner Herrlichkeit
die stolz sich auf die Schultern legt
und meine Fantasie anregt
 
In Würde hin zur Brust gelenkt
sich auf die schlanke Taille senkt
und Unschuld, die ihn heut noch ziert
entlang der Lenden sich verliert
 
Die Augen bergen einen Glanz
von tugendreicher Eleganz
Nur einmal möcht ich ihn berührn
den Atem auf der Wange spürn
 
Verwünschte Träume kreisen wild
Narziss nennt mich sein Ebenbild
Ist töricht, wer es nicht erkennt
dass lichterloh die Seele brennt
 
Ich trau mich endlich, lad ihn ein
zu mir auf’s Land und ein Glas Wein
Er nimmt es an, ja freut sich sehr!
Für mich gibt es kein Morgen mehr
 
Wir reden, feixen ungestört
Die Venus hat den Mond beschwört
Er fässt verwegen den Entschluss
und schenkt mir schüchtern einen Kuss
 
Ergriffen sein Gemüt sich regt
Mein rasend Herz schlägt unentwegt
in Ehrfurcht vor dem jungen Herrn
denn gleich und gleich gesellt sich gern
 
Die Schöpfung hat es gut gemeint
und nur das Beste kühn vereint
zu einem Wesen, es ist wahr:
Ein Kunstwerk ist er ganz und gar
 
Sie schuf mit Präzision den Mann
den nie ein Künstler je ersann
Doch was wär schon ein Abbild wert
wenn nur das Echte mich betört?
 
Und was mir bleibt ist nur dein Duft
steigt aus den Daunen, färbt die Luft
mit Bildern von dir, in der Nacht
durch einen Atemzug entfacht

 


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